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(Von Doris Weber)
Dossenheim. Anerkennende Worte waren allenthalben beim Verlassen
der Museumsscheune zu hören. Roland Döringer, Bassist des "Klezmer Quartetts Heidelberg",
hatte wieder einmal Neues zur Veranstaltungsreihe "Kunst und Kultur in der Scheuer"
beigesteuert. Aber nicht nur Neues, wie sich schnell herausstellte. Sein
Auftritt mit dem Programm "Freilach - zwischen Melancholie und Lebensfreude" wird
auch einen besonderen Platz in der Chronik der Veranstaltungen in der Scheuer einnehmen.
Holger Teichert, Klarinette, Martin Leckebusch, Geige, Jörg Teichert, Gitarre, und
Roland Döringer am Kontrabass hatten sich noch nicht richtig warm gespielt, da
war das Publikum in der voll besetzten Museumsscheune schon erobert. Das mag
unzweifelhaft am Zauber der Klezmermusik liegen. Das lag aber ebenso unzweifelhaft
an den vier Musikern selbst, die völlig unprätentiös ihre Instrumente nach allen
Regeln der Kunst zum Klingen brachten. Das machte einfach Spaß.
Hatte Döringer als Mitglied der Veranstaltungsorganisatoren die Begrüßung der
Zuhörer übernommen, führte Leckebusch durch das Programm. Mit Anekdoten und
Geschichtchen verschaffte er den Musikern und dem Publikum kurze und unterhaltsame
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Atempausen. "Ihr wollt wissen, wie viele Männer und einem Dache leben? Zählt die
Geigen an der Wand." Ganz wird die Rechnung nicht aufgehen, denn Leckebusch selbst
stand mit zweien dieser Instrumente auf der Bühne. Aber nicht nur bis in die höchsten
Töne Geige spielend engagierte er sich im Quartett. Er erhob auch seine Stimme und
sang. Das war dem Publikum einen Extra-Applaus wert.
Was sie spielten? Ihr Programm folgte getreu dem Titel "Freilach zwischen Melancholie
und Lebensfreude." Zwei Stücke, die "Freilach - Fröhlichkeit" im Titel führten,
belegten, dass dieses Lebensgefühl auf sehr unterschiedliche Weise erfahren werden
kann. Das eine Stück spiegelte eine ausgelassene, von ungebremster Lebensfreude
gekennzeichnete Fröhlichkeit wider. Das andere zeigte eine eher stille, in sich
gekehrte. Beiden Stücken gemein war, dass sowohl Komposition als auch Vortrag von
der Fähigkeit durchdrungen war, tief empfinden zu können. Tänze - "Das war der
jiddische Charleston", so Leckebusch - und Filmmusik wie "Bubamara" aus "Schwarze
Katze, weißer Kater" hatten die Musiker auch einstudiert.
Warum Döringer vor Konzertbeginn noch unbedingt einen Notenständer besorgte,
wodurch sich der Konzertbeginn verzögert hatte, bleibt eigentlich unklar.
Denn Noten hatte keiner der vier Musiker gebraucht. |